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Markus Kämpfer Mittwoch, 29. Juni 2022 von Markus Kämpfer

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Mitgliederversammlung mit Claude Longchamp und der Berner Fachhochschule

Am 29. Juni 2022 fand in Ostermundigen die Mitgliederversammlung von Bern NEU gründen statt. Der Abend in den Räumlichkeiten der Beer Holzbau AG bot vielseitige Einblicke in Zusammenarbeitsthemen in der Region Bern. Heinz Beer zeigte in einem kurzen Inputreferat die Bedeutung der lokalen Wirtschaft für die Region. Dozierende und Studierende der Berner Fachhochschule stellten Projekte vor, die den Stadtraum «vom Rand aus» neu denken wollen. Dazu bot Politologe Claude Longchamp eine historische Perspektive auf Gemeindefusionen – und präsentierte Erfolgsfaktoren, damit sie gelingen.

Thematische Arbeit prägte Vereinsjahr 2021/2022

Einleitend blickten Ingrid Kissling-Näf und Markus Kämpfer, Co-Präsident:innen von Bern NEU gründen, auf ein durchzogenes Jahr 2021/2022 zurück. Die COVID-Pandemie prägte das Vereinsleben und führte zum Verzicht auf geplante Veranstaltungen. So konnte zum Beispiel das traditionelle Fondueessen mit den Gemeindepräsident:innen der Region erneut nicht durchgeführt werden.

Der Verein war stattdessen inhaltlich auf verschiedenen Ebenen aktiv. Im November 2021 nahm Bern NEU gründen zuhanden der Parlamente von Ostermundigen und Bern Stellung zum Zwischenbericht der Fusionsverhandlungen. Im Januar 2022 organisierte der Verein zusammen mit der Neuen Helvetischen Gesellschaft im Polit-Forum Bern ein Podium zur Frage, wie sich Gemeindefusionen erfolgreich gestalten lassen. Die spannenden Impulsreferate und die aufschlussreiche Diskussion sind auf Youtube weiterhin verfügbar. Und schliesslich kommunizierte Bern NEU gründen mit drei Newslettern und periodischen Inputs auf Facebook und Twitter auch in die Breite.

Rechnungsüberschuss «dank» Pandemie

Die Rechnung 2021 schloss mit einem Überschuss von CHF 651 und damit um CHF 7’051 höher ab als budgetiert, wie Co-Präsident Markus Kämpfer bekanntgab. Grund für das Resultat über Budget ist in erster Linie die Pandemie, die Veranstaltungen verhinderte und so die Ausgaben schonte. Damit verfügte der Verein per Ende 2021 in der Bilanz über ein leicht angestiegenes Vermögen von CHF 29‘293. Der Verein bedankt sich bei allen Gönnern, Sponsorinnen und seinen Mitgliedern für die gute Zusammenarbeit!

2022/2023 bringt neue Kooperationen und wiederbelebte Aktivitäten

Bern NEU gründen wird auch weiterhin thematische Grundlagen zur Verfügung stellen, sich aktiv in die öffentlichen Diskussionen einbringen und politische Überzeugungsarbeit leisten. Damit verfolgt der Verein die Vision einer gemeinsamen Identität der Stadtregion, die auf einer verstärkten Zusammenarbeit basiert. Neben der Wiederaufnahme bekannter Veranstaltungen wie dem Boccia-Club und den Fondue-Essen mit den Gemeindepräsidien aus der Region werden wir im neuen Vereinsjahr den Prozess «Kooperation Ostermundigen-Bern» aktiv unterstützen. Ideen hierzu sind ein Stadtspaziergang an der Grenze zu Ostermundigen und gemeinsame Aktivitäten mit der Berner Fachhochschule im Rahmen eines neuen Projekts.

Berner Fachhochschule will den Stadtraum Bern «vom Rand aus» denken

Welche Potentiale stecken in der Stadtregion Bern, wenn wir im gewachsenen Stadtkörper die kommunalen Grenzen wegdenken? Diese Frage steckt hinter einer neuen Zusammenarbeit von drei Departementen an der Berner Fachhochschule, die Prof. Urs Heimberg (Departement Architektur, Holz und Bau BFH-AHB) und Dorothee Joss (Departement Hochschule der Künste HKB) an der MV von Bern NEU gründen vorstellten.

Die BFH-Departemente Architektur, Holz und Bau, Soziale Arbeit und die Hochschule der Künste Bern haben sich im Projekt «Transformation Stadtregion Bern» zusammengeschlossen und wollen gemeinsam mit Institutionen, Organisationen und Personen in den Gemeinden der Stadtregion Bern zusammenarbeiten. Sie möchten dazu im Sinne eines «Reallabors» mit Student:innen, Forscher:innen und Interessierten im Raum Bern frische und gerne auch freche Ideen zu diesem Lebensraum entwickeln.

Erste Ansätze dazu präsentieren Katja Sauter und Nicola Hostettler, die gemeinsam mit ihren Mitstudierenden im Bereich Architektur unkonventionelle Gestaltungspläne für Ostermundigen Nord zwischen Bahnlinie, Waldau und Emmi entwickelten. Weitere Projekte betreffen aktuell Klanglandschaften («wie tönt Ostermundigen?»), Begegnungsräume in den Quartieren oder auch die Frage, wie eine allfällige «dritten Allmend» in Ostermundigen konkret genutzt werden könnte.

Im März 2023 sind eine Ausstellung im Kornhausforum und gleichzeitig viele Aktionen am Stadtrand geplant, wobei sich inspirierende Kooperationsmöglichkeiten mit Bern NEU gründen eröffnen können.

Es braucht ein gemeinsames Lebensgefühl, sagt die Geschichte

Claude Longchamp, bekannt als langjähriger Wahl- und Abstimmungsexperte beim Schweizer Fernsehen, arbeitete an der MV in seiner historischen Einordnung drei Schlüsselfaktoren für erfolgreiche Gemeindefusionen heraus: Es braucht gemeinsame Ziele, es ist eine gründliche Vorbereitung und damit genügend Zeit notwendig, und die Kommunikation muss aufrichtig und auf Augenhöhe sein. Gerade beim letzten Punkt ortet Longchamp im Fall Ostermundigen-Bern noch Defizite.

Die «Kooperation Ostermundigen-Bern» entspricht aber auf jeden Fall einem längerfristigen Trend. So hat sich die Anzahl Gemeinden im Kanton Bern in den letzten 30 Jahren von 414 auf 352 reduziert. Ein Teil dieses Trends erklärt sich dadurch, dass sich die heutigen Lebensräume kaum noch an den kommunalen Grenzen orientieren. Für erfolgreiche Gemeindefusionen brauche es aber in der Regel – neben dem alltäglichen Zusammenwachsen über die Grenzen hinweg – ein gemeinsames Lebensgefühl, das sich von unten entwickelt und gesellschaftspolitische Bewegung auslöst.

Lebt man gefühlt im gleichen Alltagsraum, nimmt man die Übergänge zwischen den Räumen als verbindend statt trennend wahr? In diesem Sinn können Projekte wie jene der BFH, die neue Perspektiven auf genau diese Fragen sichtbar machen, mittelfristig auch den politischen Diskurs prägen. Und genau deshalb rücken diese gesellschaftlich-kulturellen Themen auch für Bern NEU gründen zunehmend in den Fokus.

Marcel Suter Dienstag, 7. Dezember 2021 von Marcel Suter

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Position Bern NEU gründen zu Kooperation Ostermundigen - Bern

Seit über 10 Jahren setzt sich Bern NEU gründen (BNG) für innovative Modelle der Zusammenarbeit in der Stadtregion Bern ein. Die bestehenden Gemeindegrenzen entsprechen nicht mehr der gelebten Realität der Bevölkerung und der Wirtschaft. Deshalb war BNG sehr erfreut über die 2018 von Ostermundigen angestossene Diskussion über eine mögliche Fusion mit der Stadt Bern. Die Machbarkeitsstudie «Kooperation Bern» bestätigt die Analysen von BNG. Die aktuellen Zusammenarbeitsformen kommen an ihre Grenze und neue Lösungen müssen analysiert werden. Eine verstärkte und neue Form der Zusammenarbeit bringt insbesondere aus langfristiger Perspektive wichtige Vorteile mit sich.

Transformation im Zentrum

Wie die Machbarkeitsstudie zeigt, hat eine verstärkte Zusammenarbeit beziehungsweise eine Fusion finanziell nur geringfügige Effekte, auch wenn die finanzielle Situation oftmals Auslöser einer Fusionsprojekts ist. Vielmehr ins Gewicht fallen andere Vorteile. Mit einer Fusion würde die gemeinsame Identität und der Wirtschaftsstandort gestärkt, die aktuelle Fragmentierung der Stadtregion würde reduziert, eine einheitlichere Raumplanung ermöglicht und die Bedeutung der Stadtregion auf kantonaler und nationaler Ebene erhöht. Mit der Zusammenführung können die Prozesse, Dienstleistungen und Strukturen neu gedacht und konzipiert werden sowie ein grosser Schritt im Hinblick auf den digitalen Staat gemacht werden.

Fusion Ostermundigen - Bern als Basis für zukünftige Projekte

BNG bedauert, dass mittlerweile nur noch die zwei Gemeinden Ostermundigen und Bern am Prozess beteiligt sind. Umso mehr gilt es nun, sicherzustellen, dass mit dieser Fusion die Basis für allfällige zukünftige Projekte gelegt wird. Wir sehen die Fusion zwischen Bern und Ostermundigen nur als einen ersten Schritt einer langfristigen Vision. Wie die Studie Verwaltungsorganisation und politische Partizipation in einer fusionierten Grossstadt Bern aus dem Jahr 2017 von Bern NEU gründen zeigt, sollen im Rahmen einer Fusion die Organisation der Verwaltung und des politischen Systems überdacht und Reformen frühzeitig aufgegleist werden. Die erwähnte Studie macht hierzu verschiedene Vorschläge, bspw. zur Anzahl Exekutivmitglieder, der Direktionsstruktur, dem Wahlsystem, der Schaffung von BürgerInnenämtern und der Stärkung der Partizipationsmöglichkeiten. Die Fusion zwischen Bern und Ostermundigen stellt die Chance dar, genau über diese Punkte nachzudenken, Veränderungen einzuleiten und ein für zukünftige Fusionen offenes und attraktives System zu schaffen.

Diese fünf Punkte sind zu überdenken

Die am 19. November 2021 vorgelegten Pläne zu den Fusionsverhandlungen haben aus Sicht von BNG diesbezüglich Verbesserungspotential. Insbesondere folgende Punkte sollten noch einmal grundsätzlich überdacht werden:

Breite Abstützung der Debatte: Ein partizipativer Prozess ist baldmöglichst zu starten. Dabei sind auch VertreterInnen der Zivilbevölkerung, Kultur oder Wirtschaft einzubeziehen und mit auf den Weg zu nehmen.

Reformen anpacken: Die Stadt Bern soll notwendige Reformen sofort diskutieren, damit die Grundlage geschaffen wird, die Anliegen Ostermundigens in einer fusionierten Gemeinde zu berücksichtigen. Damit signalisiert die Stadt auch Offenheit für zukünftige Projekte.

Grösse und Wahl von Gemeinderat und Stadtrat: Eine Vertretung von Ostermundigen in den relevanten politischen Gremien ist insbesondere zu Beginn sicherzustellen. Hierzu sind die notwendigen (Übergangs-)Regelungen vorzusehen. Die nun vorliegenden Vorschläge sind zu knapp ausgeführt. Weitere Diskussionen sind notwendig.

Stadtteilorganisationen: Die Zusammensetzung und Kompetenzen der Stadtteilorganisationen sind in einem breit angelegten Prozess über die gesamte Stadt zu diskutieren. Diesbezüglich besteht Reformbedarf. Funktionierende dezentrale Strukturen für definierte Geschäfte und Anliegen sind von grosser Bedeutung für die Akzeptanz eines Fusionsprojekts.

BürgerInnen-Büros: Um der Distanz zwischen der Bevölkerung und Verwaltung entgegenzuwirken, ist die Errichtung von BürgerInnen-Büros zu prüfen. Dezentrale Anlaufstellen und auch digitale Angebote können sicherstellen, dass die Verwaltung den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht wird.

Für die Akzeptanz einer verstärkten Zusammenarbeit ist eine breite und partizipative Debatte nötig. Bern NEU gründen wird weiterhin Grundlagen zur Verfügung stellen, sich aktiv in die öffentlichen Diskussionen einbringen und politische Überzeugungsarbeit leisten, damit die Vision einer auf der gemeinsamen Identität der Stadtregion basierenden verstärkten Zusammenarbeit Realität wird.

Transformation vom Rande aus

Drei Departemente der Berner Fachhochschule – Architektur, Holz und Bau; soziale Arbeit und die Hochschule der Künste Bern HKB – begeben sich gemeinsam anlässlich des neu konzipierten Projekts BFH Transformation an die Ränder der Stadtregion Bern. Für 2022, dem Projektstart, ist eine Kooperation mit der Stadtregion Bern angedacht, die sich inhaltlich zwischen den Polen der Herausforderung der anstehenden Fusion Bern/Ostermundigen und der Vision «Bern NEU gründen» bewegt.

Während eines Jahres realisieren die drei Departemente Projekte mit Kooperationspartner*innen und präsentieren anschliessend ihre Funde, Überlegungen und Fragestellungen. Als Hochschule interessiert die BFH die Frage, welche Potenziale in der Stadtregion Bern stecken, wenn im gewachsenen Stadtkörper die kommunalen Grenzen weggedacht werden. Die Berner Fachhochschule möchte dazu ihre «heiligen» Hallen verlassen und im Sinne eines Reallabors mit Studierenden und Forschenden und mit interessierten Personen und Institutionen im Raum Bern unkonventionelle, frische, vielleicht auch freche Ideen zu diesem Lebensraum entwickeln.

Deshalb lud die BFH Ende Oktober zu einer Ideenbörse im Tscharnergut. Interessierte aus Politik, Kultur, Kunst, Soziales und Architektur brachten ihre Gedanken und Vorschläge zum Transformationsprojekt «Stadtregion Bern» und drei Fokusfeldern ein: Partizipation von Anfang an / Allmende – Freiräume oder Vereine von heute? / Grünes Band, Potenzialraum, Puffer oder Marketingstrategie?

Diese drei Cluster dienen den Departementen als Ausgangslage für die Entwicklung von Lehrgefässen und Projekten.

Wir sind gespannt, was aus dieser überdepartementalen Zusammenarbeit gemeinsam mit Akteur*innen vor Ort entstehen wird.

Eine starke Stadtregion Bern ist gut für den ganzen Kanton Bern und die ganze Schweiz.

Marcel Suter Dienstag, 29. Juni 2021 von Marcel Suter

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Mitgliederversammlung 2021

«Die Gegensätze haben hervorragend harmoniert»

Nach acht Jahren traten Regula Rytz und Hannes Treier von der Spitze des Vereins Bern NEU gründen zurück. Er sei anfänglich «schon skeptisch gewesen gegenüber diesem Co-Prädidum», hielt Vorstandsmitglied Thomas Stauffer in seiner Würdigung fest. Doch hätten die «Gegensätze Mann und Frau, links und rechts, Agglo und Stadt hervorragend harmoniert». Für das grosse Engagement von Rytz und Treier bedankte sich Stauffer herzlich. Regula Rytz bezeichnete er unter anderem als Geistige Mutter, Gründungsmitglied und auch Geschenkebeschafferin für die zahlreichen Referentinnen und Referenten an den Bern-NEU-gründen-Veranstaltungen. «Ohne Regula gäbe es Bern NEU gründen nicht oder nicht mehr», schloss Stauffer.

Neues Co-Präsidium

Ingrid Kissling-Näf und Markus Kämpfer treten die Nachfolge von Rytz und Treier an. Wie ihre Vorgänger vertreten das SP-Mitglied Kissling-Näf aus der Stadt und der ehemalige FDP-Gemeindepräsident von Frauenkappelen die übergreifende Breite, die für Bern NEU gründen charakteristisch und notwendig ist. Kissling-Näfs Ziel ist es, die begonnen Aktivitäten weiterzuführen, Kämpfer möchte, «dass es unseren Verein in 16 Jahren nicht mehr gibt, weil die Region Bern bis dahin eine starke, selbstbewusste Region geworden ist».

Regula Rytz und Hannes Treier werden dem Vorstand noch ein weiteres Jahr angehören, bevor sie definitiv zurücktreten werden. Neben den bisher genannten besteht der Vorstand aus Christian Cappis, Claudine Esseiva, Melanie Mettler, Dominik Mösching, Timon Richiger, Thomas Stauffer, Werner Streit und Marcel Suter. Zurückgetreten ist Patrizia Mordini, die als Berner Stadträtin ein wichtiges Bindeglied zur Politik und insbesondere zur Agglomerationskommission (AKO) war.

Rechnungsüberschuss

Die Rechnung 2020 schloss mit einem Überschuss von CHF 7757.95 ab, wie Vorstandsmitglied Thomas Stauffer bekanntgab. Grund dafür ist in erster Linie die Pandemie, die Veranstaltungen verhinderte und so die Ausgaben schonte. Damit verfügte der Verein per Ende 2020 in der Bilanz über ein Vermögen von CHF 28'642.13. Für 2021 ist in der Rechnung ein Verlust von CHF 6400 vorgesehen, der vor allem aus dem Aufwand für die Abstimmungskampagnen in Kehrsatz und Frauenkappelen (Aufnahme von Fusionsverhandlungen im Rahmen von Kooperation Bern) resultiert und durch das vorhandene Vermögen in der Bilanz aufgefangen wird.

Wo stehen Bern und Ostermundigen?

«Jetzt geht es um Handwerk und um einen Blick in die Werkstatt.» Mit diesen Worten führte Markus Kämpfer vom statutarischen zum öffentlichen Teil über und begrüsste Reto Lindegger, den Projektleiter von Kooperation Bern. «Ich bin froh, so angekündigt worden zu sein», nahm Lindegger den Ball auf, denn über viel mehr als über laufende Arbeiten, die Meilensteine und über die Projektgrundsätze könne er zum aktuellen Zeitpunkt nicht berichten.

Zwei Meilensteine prägen das Projekt: Im Juni 2023 werden die Stimmberechtigten von Ostermundigen und Bern über die Fusion ihrer Gemeinden abstimmen und am 1.1.2025 soll diese Realität werden. Dieses hohe Tempo bestimmt das Vorgehen wesentlich: So lautet einer der sechs Projektgrundsätze, dass nur «fusionsbedingte Anpassungen der Strukturen» vorgenommen werden. «Wenn wir zuviel draufladen, schaffen wir es nicht – zeitlich und inhaltlich», sagte Lindegger.

Gemäss einem weiteren Grundsatz liegt die «Prozessführerschaft bei den Exekutiven». So entsenden die beiden Gemeinderäte je zwei Vertreter in den Lenkungsausschuss, darunter Gemeindepräsident Thomas Iten und Stadtpräsident Alec von Graffenried. Dieses Gremium steht der Gesamtprojektleitung vor, die ihre Arbeit auf vier Teilprojekte aufgeteilt hat: Struktur, Aufgaben, Finanzen und Personal. Beim Teilprojekt Struktur gäben vor allem «die besonderen Fragen besonders zu reden», sagte Lindegger. Dazu gehören unter anderem der Name und das Wappen der zukünftigen Gemeinde.

Beim Teilprojekt Aufgaben steht die Frage im Vordergrund, wer am 1.1.2025 was macht. Lindegger: «Wer wird den Schnee schippen?» Grundsätzlich erlebt der Projektleiter die Angehörigen von Gemeinde- und Stadtverwaltung als extrem engagiert und motiviert. «Es ist ein sehr angenehmes Zusammenarbeiten.»

Vorgesehen ist, dass auch die Bevölkerung demnächst mehr über das Fusionsprojekt erfahren soll. Gut vorstellen kann sich Lindegger einen Informationsweg entlang der noch bestehenden Gemeindegrenze zwischen Ostermundigen und Bern. Ausserdem soll unter anderem über eine Online-Umfrage die Partizipation sichergestellt werden.

Regula Rytz Mittwoch, 14. April 2021 von Regula Rytz

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Kehrsatz und Frauenkappelen sagen Nein zur Fusion

Eine Standortbestimmung zur Lage der Region

Die Ablehnung des Fusionsprojektes «Kooperation Bern» in Kehrsatz und Frauenkappelen in diesem März war überdeutlich. Ist die Idee eines grossen Gemeinde-Zusammenschlusses in der Region damit vom Tisch? Nein, ist der Vorstand des Vereins «Bern NEU gründen» überzeugt. Doch der Prozess dauert länger als erhofft. Gelingt die geplante Fusion von Bern und Ostermundigen, wird sich niemand der Dynamik entziehen können. Der Verein «Bern NEU gründen» will deshalb die nächsten vier Jahre nutzen, um den Boden für eine Neubeurteilung der Lage vorzubereiten. Unser Verein startet also in eine nächste Etappe – mit unseren treuen Mitgliedern zusammen!

Hannes Treier und Regula Rytz, Co-Präsidium Bern NEU gründen

So deutlich hatten es nicht einmal die Gemeindebehörden erwartet: 75 Prozent der Kehrsatzer/innen und 85 Prozent der Frauenkappeler/innen lehnten in einer Volksabstimmung die vertiefte Prüfung einer Fusion mit Bern und Ostermundigen ab. Die Erklärungen dafür waren rasch zu Hand: Die beiden Kleingemeinden befürchten, neben den städtischen Zentrumsgemeinden unterzugehen und ihre Mitsprachemöglichkeiten zu verlieren. Leider war es aufgrund der Corona-Pandemie schwierig, solche Bedenken und Sorgen offen mit der Bevölkerung zu diskutieren. Die Fusion blieb eine abstrakte Kopfgeburt und wurde von den lokalen Gemeindebehörden aktiv bekämpft. Die schwierige finanzielle Lage vieler Regionsgemeinden in der COVID-Krise stärkte zudem eher die beharrenden als die zukunftsoffenen Kreise. Der Zeitpunkt für eine solche Entscheidung war also alles andere als optimal.

Veränderung kommt von unten

Aus Sicht des Vereins «Bern NEU gründen» stechen in der Abstimmungsanalyse vor allem zwei Punkte hervor: Die Frage der Reife und die Frage der Breite eines solchen Projektes. Mit Ausnahme von Ostermundigen sieht keine Gemeinde in der Region Bern heute einen akuten Anlass, ihre finanziellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Perspektiven auf eine neue Basis zu stellen. Irgendwie, so die verbreitete Ansicht, geht es einfach weiter wie bisher. Während in Ostermundigen und teilweise auch in Bern seit Jahren über die Chancen und Risken eines Zusammenschlusses diskutiert wird, kam die Entscheidung in den anderen Gemeinden aus heiterem Himmel. Das ist nicht dem Projektteam von «Kooperation Bern» anzulasten – einige der geplanten Mitwirkungsveranstaltungen mussten wegen der COVID-Pandemie kurzfristig abgesagt werden. Die Dynamik war im Keller. Umso mehr sollte bei einem nächsten Anlauf sichergestellt werden, dass vor einer Entscheidung eine sorgfältige und breite Basisdiskussion stattfinden kann. Das Projekt muss auch von unten wachsen, sonst bleibt es chancenlos. Der Dialog-Ansatz von «Bern NEU gründen» wurde in diesem Frühling klar bestätigt.

Die Türen bleiben offen

Bestätigt wurde mit den Abstimmungen von Kehrsatz und Frauenkappelen aber auch die Kernidee von «Bern NEU gründen»: Ein gemeinsames Bewusstsein und eine gemeinsame Identität für die Stadtregion Bern ist die Voraussetzung für Veränderung. Immer wieder haben wir betonen, dass wir keinen Anschluss der Vorortsgemeinden an die Stadt Bern anstreben. Sondern eine Neugründung von Bern in den Grenzen, die für das 21. Jahrhundert massgeschneidert sind. Es geht nicht um Dominanz und Herkunft, sondern um die konstruktive Zusammenarbeit und das Zusammenleben in einem gemeinsamen Raum. Dass diese Grundidee überzeugt, hat zum Beispiel auch die Reaktion der FDP Kehrsatz auf das Abstimmungs-Nein gezeigt. Zwar sehe die Partei in der Vision für neue Strukturen im Grossraum Bern «viel Potenzial», schrieb sie. Jedoch seien momentan weder die Zeit noch die Umstände reif für dieses Projekt. Auch dieses Problem ist nicht dem Projektteam von «Kooperation Bern» anzulasten. Mit enormem Aufwand hat insbesondere der Berner Stapi Alec von Graffenried versucht, grosse Gemeinden wie Bolligen, Ittigen oder Köniz mit ins Boot zu holen. Doch keine Gemeindebehörde hatte den Mut, sich öffentlich für grossräumiges Denken und mehr Demokratie stark zu machen. Für uns als Verein bedeutet dies: Die Türen sind nicht zu. Doch wir brauchen mehr Zeit und wahrscheinlich auch eine neue Generation von Gemeindebehörden, um unsere Grundidee besser zu verankern.

Auf in die nächste Etappe

Der Verein «Bern NEU gründen» geht von der mittelfristigen Vision aus, die politischen Grenzen der Stadt den realen Lebensverhältnissen in der Kernagglomeration Bern anzupassen. Das bleibt auch in den nächsten vier Jahren unser Ziel. Wir wollen das Trennende überwinden und das Gemeinsame stärken. Denn wir sind nach wie vor überzeugt davon: Das Zusammengehen der 12 Kerngemeinden bringt mehr Dynamik, mehr Handlungsspielräume und mehr Demokratie in die Region Bern. Und das ist aufgrund der Erfahrungen mit der COVID-Pandemie heute dringlicher als zuvor. Nach der klaren Absage der Gemeinden Kehrsatz und Frauenkappelen an eine rasche Fusion wissen wir allerdings, dass es keine Abkürzungen gibt. An der Mitgliederversammlung im Sommer 2021 werden wir deshalb über die nächsten Etappen unseres Vereins beschliessen. Wir wollen in allen 12 Kerngemeinden die nötige Grundsatzdiskussion führen und die Fusionsarbeiten zwischen Bern und Ostermundigen aktiv unterstützen. Entsteht hier eine neue Dynamik, dann werden sich auch die anderen Gemeinden überzeugen lassen!

Regula Rytz Montag, 8. Februar 2021 von Regula Rytz

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Gemeinssam die Zukunft gestalten

Was vor einigen Jahren noch undenkbar schien, wird heute ernsthaft geprüft

Der Zusammenschluss von Gemeinden in der Kernregion Bern. Ostermundigen und Bern sind Ende 2020 in Fusionsverhandlungen eingestiegen. Kehrsatz und Frauenkappelen stimmen im März 2021 darüber ab. Mit dieser Entwicklung verändert sich auch die Rolle von «Bern NEU gründen». Wir bleiben eine offene Plattform für Diskussionen und Visionen. Neu ist unser Engagement aber auch im direkten politischen Prozess gefragt. Wir freuen uns auf ein intensives Jahr mit unseren Mitgliedern und Unterstützer/innen!

2009 wurde der Verein «Bern NEU gründen» als grenzüberschreitende Plattform für einen «neuen Bernergeist» aus der Taufe gehoben. Mit vielbeachteten Studien und öffentlichen Diskussionen haben wir gezeigt, wie ein gemeinsamer politischer Raum für über 200‘000 Einwohner/innen funktionieren könnte. Mehr denn je sind wir überzeugt davon, dass der Zusammenschluss der 12 Kerngemeinden in der Hauptstadtregion Bern das Zusammenleben, die Mitsprache und Dienstleistungen für die Bevölkerung verbessern wird.

Lange wurde unser Verein von der offiziellen Politik etwas belächelt. Doch dann ging es plötzlich schnell. Was vor einigen Jahren noch undenkbar schien, wird heute ernsthaft diskutiert: Der Zusammenschluss von Gemeinden in der Kernregion Bern und die Schaffung einer neuen Stadt. Unser Thema ist von einem Tabu zu einem Trend geworden. Und unsere Arbeit ist anerkannter denn je. Bern NEU gründen ist heute eine Plattform, auf der Neues entsteht und kontrovers diskutiert werden kann. Und so soll es auch in Zukunft bleiben.

Gleichzeitig verändert sich die Rolle von Bern NEU gründen. Denn neu ist unser Engagement auch im direkten politischen Prozess gefragt. Wir wollen mithelfen, die Diskussion über den gemeinsamen Lebens- und Entscheidungsraum in der Region Bern aus dem kleinen Kreis der politischen Amtsträger/innen in die breite Bevölkerung zu bringen. Wir wollen mithelfen, die Abstimmungen in Gemeinden wie Ostermundigen, Bern, Kehrsatz oder Frauenkappelen zum Erfolg zu bringen. Wir wollen Einfluss nehmen im politischen Alltag und gleichzeitig immer einen Schritt weiterdenken. Unser Ziel bleibt es, ein gemeinsames Bewusstsein und eine gemeinsam Identität für die Stadtregion Bern schaffen und so vorwärtszukommen! Ein grosser Dank an unsere Mitglieder, dass sie uns dabei wie immer hartnäckig und treu unterstützen!

Regula Rytz und Hannes Treier, Co-Präsidium Bern NEU gründen

Im Februar 2021

Wir denken Bern vorwärts!

Marcel Suter Donnerstag, 17. Dezember 2020 von Marcel Suter

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Auch Ostermundigen sagt JA

Wenig Gegenstimmen und ein klares Schlussresultat

Der Grosse Gemeinderat von Ostermundigen entschied sich so, wie es die Voten der Rednerinnen und Redner von Anfang an vermuten liessen: einstimmig für die Aufnahme von Fusionsverhandlungen. Dagegen sprach sich lediglich die SVP aus. Ihr Rückweisungsantrag verlangte, dass die Gesamtprojektkosten auszuweisen seien. In der Schlussabstimmung enthielt sie sich jedoch der Stimme, so dass 30 Parlamentarierinnen und Parlamentarier dem Geschäft zu Null zustimmten.

«Wenn man von Steve Jobs verlangt hätte, dass er die Kosten für die Entwicklung von Anfang an beziffert hätte, gäbe es heute kein iPhone.»
Christian Zeyer, SP

«Um die Folgen besser abschätzen zu können, müssen wir in Fusionsverhandlungen gehen.»
Martina Wagner, EVP/CVP-Fraktion

«Wir verlangen volle Kostentransparenz – deshalb stellen wir den Rückweisungsantrag.»
Hanspeter Friedli, SVP

«Die Zeit ist reif, Ostermundigen ist bereit.»
«Wir können künftig im Lebensraum Bern mehr mitbestimmen.»
Matthias Kuert, SP

«Wir können erst am Schluss der Fusionsverhandlungen sagen, ob sich eine Fusion mit Bern lohnt.»
Cédric Luyet, GLP

«Die FDP begrüsst den Aufbruch zu dieser denkwürdigen Wanderung – manche sagen auch Gratwanderung – als richtig und wichtig.»
Christoph Leiser, FDP

«Eine Fusion ist gestaltbar. Das ist der zentrale Punkt, der uns in den nächsten zweieinhalb Jahren fordern wird.»
Thomas Iten, Gemeindepräsident Ostermundigen

Bern und Ostermundigen machen den nächsten Schritt

Mit dem positiven Entscheid des Grossen Gemeinderats Ostermundigen hat eine Woche nach dem Berner Stadtrat eine zweite Legislative ja gesagt zu Fusionsverhandlungen. Damit werden Ostermundigen und Bern in die sogenannte Entscheidphase des Projekts Kooperation Bern treten, an deren Ende Volksabstimmungen stehen werden.

«Als nächstes werden wir die Detailplanung im 1. Quartal 2021 verfeinern und ab April 2021 mit den Projektarbeiten starten», sagt Gemeindepräsident Thomas Iten.

Eigentlich sind auch in Bolligen, Frauenkappelen und Kehrsatz Gemeindeversammlungen im März 2021 vorgesehen, doch hat der Gemeinderat von Bolligen letzte Woche beschlossen, aus den Verhandlungen auszusteigen - ohne Gemeindeversammlung. Auch Bremgarten hat bereits seinen Verzicht erklärt. Der Gemeinderat von Frauenkappelen wird seinen Bürgern an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung beantragen, keine Verhandlungen zu führen. So wird auch Kehrsatz nach dem neuesten Entscheid des Gemeinderats vorgehen. In beiden Gemeinden werden jedoch die Stimmberechtigten über die Fusionsverhandlungen entscheiden.

Marcel Suter Donnerstag, 10. Dezember 2020 von Marcel Suter

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Der Berner Stadtrat sagt JA zu den Fusionsverhandlungen

Der nächste Schritt ist getan

Der Berner Stadtrat hat am Donnerstagabend mit grosser Mehrheit und auch dank der Unterstützung der Bern-NEU-gründen-Mitglieder im Stadtrat (Patrizia Mordini, Ingrid Kissling-Näf, Claudine Esseiva, Brigitte Hilty-Haller) der Aufnahme von Fusionsverhandlungen zugestimmt. Der nächste zukunftsweisende Schritt liegt beim Grossen Gemeinderat Ostermundigen. Er wird am 17.12.2020 über Frage der Fusionsverhandlung abstimmen

Der erste Teil der Debatte hatte bereits stattgefunden, heute folgte nun der zweite Teil mit der Abstimmung, in der sich die Mitglieder des Berner Stadtrats mit 51 zu 2 Stimmen für die Aufnahme von Fusionsverhandlungen aussprachen. Kritische Stimmen waren nur selten zu hören, der Rückweisungsantrag der BDP/CVP wurde klar zurückgewiesen.

«Kooperation Bern ist ein zentrales Dossier für die Weiterentwicklung der Stadtregion Bern.» «Ich bitte euch alle, diesem Jahrhundertprojekt zuzustimmen.»
Ingrid Kissling-Näf für die Fraktion SP/Juso und Vorstand Bern NEU gründen

«Eine Fusion mit Ostermundigen macht für die Stadt Sinn.»
«Wir haben hier ein historisches Projekt vor uns. (...) Wir werden als Stadtregion Bern in der Schweiz ein anderes Gewicht haben.»
«Es ist ein guter Zeitpunkt für Fusionsverhandlungen. Ostermundigen hat Bereitschaft für eine Fusion gezeigt.»
Patrizia Mordini für die SP/Juso-Fraktion, Vorstand Bern NEU gründen

«Wir sehen aber auch das Risiko einer potenziellen Steuererhöhung.»
Lionel Gaudy für die BDP/CVP

«Wir sehen Vorteile bei Verkehr, Planung und Wirtschaft.»
«Wichtig ist, dass die lokalen Eigenheiten weiter Platz haben.»
«Mein Appell an Ostermundigen: Überlegt euch gut, ob ihr der Fusion mit Bern mit einer rot-grünen Mehrheit zustimmen wollt.»
Janosch Weiyermann, für die SVP-Fraktion

«2024 für gemeinsame Wahlen in Bern und Ostermundigen ist für mich völlig unrealistisch.»
Beat Feuz, für die SVP-Fraktion

«Es wird kein Grossbern geben, es wird realistischerweise aus Bern-Ostermundigen herauskommen.»
Michael Hoekstra, GLP

«Es ist viel gearbeitet worden für dieses Projekt.»
«Die Teilnehmenden sehen grossen Chancen in einer Fusion.»
«Die Workshops zur Partizipation haben sich bewährt und wir werden sie weiterführen.»
Alec von Graffenried, Stadtpräsident und Mitglied Bern NEU gründen

Wo stehen wir – und wie geht es weiter?

Mit dem positiven Entscheid zu Fusionsverhandlungen des Berner Stadtrats hat eine erste Gemeinde die erste Phase des Projekts Kooperation Bern abgeschlossen – die Machbarkeitsphase. Nun folgt als zweite Phase, die Entscheidphase – sofern neben Bern mindestens eine weitere Projektgemeinde ja zu Fusionsverhandlungen sagt.

Als nächstes ist Ostermundigen am 17.12.2020 am Zug. Eigentlich sind auch in Bolligen, Frauenkappelen und Kehrsatz Gemeindeversammlungen im März 2021 vorgesehen, doch hat der Gemeinderat von Bolligen heute beschlossen, aus den Verhandlungen auszusteigen - ohne Gemeindeversammlung. Auch Bremgarten hat bereits seinen Verzicht erklärt. Der Gemeinderat von Frauenkappelen wird seinen Bürgern an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung beantragen, keine Verhandlungen zu führen. Offen scheint noch Kehrsatz zu sein.

Eine starke Stadtregion erhöht die Wirtschaftskraft des gesamten Kantons Bern.

Marcel Suter Dienstag, 25. August 2020 von Marcel Suter

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Was braucht es, um die Leute zu begeistern? Mitgliederversammlung 2020

Zwischen dem Zukunftsprojekt Bernapark und der Vision, die Gemeinden der Region Bern zu einer Stadt zusammenzuschliessen, gibt es viele Parallelen. Im öffentlichen Teil der gestrigen Mitgliederversammlung des Vereins Bern NEU gründen in der ehemaligen Kartonfabrik Deisswil ging es letztlich um die Frage, wie sich Menschen für eine Idee begeistern lassen.Wer mehr von der Mitgliederversammlung erfahren will, dem/der legen wir das Video ans Herz, das unser neues Vorstandsmitglied Markus Kämpfer produziert hat.

Kaum ein Ort in der Region Bern wäre passender für eine Veranstaltung des Vereins Bern Neu gründen, als die einstige Kartonfabrik Deisswil, die 2010 Konkurs ging und wo zurzeit ein «urbanes Quartier im Grünen» entsteht. «Hier verbinden wir Stadt und Land, Jung und Alt, Arbeit, Wohnen und Freizeit», sagte sein Initiator Hans-Ulrich Müller während der Führung durch das Gelände.

Müller und Müller auf dem Podium
«Es ist sicher einfacher, ein Projekt von ganz unten nach oben zu bringen, als wenn bereits ein gewisses Niveau besteht», antwortetet Müller auf eine entsprechende Frage von Regula Rytz, Co-Präsidentin von Bern NEU gründen in der anschliessenden Podiumsdiskussion. Dem pflichtete sein Namensvetter Bänz Müller bei. Der Gemeindepräsident von Wohlen musste letztes Jahr in einer Umfrage der Fachhochschule Bern nur ungern erfahren, dass die Bewohnerinnen und Bewohner seiner Gemeinde nicht an einer Fusion der Region Bern interessiert waren. Für ihr steht die Fragen im Zenturm, «wie bringt man die Leute aus der Komfortzone, damit es ihnen in zehn Jahren besser geht».

Alec von Graffenried beurteilt das Thema der Gemeindefusion als abstrakt und schwer zu vermitteln: «So etwas funktioniert nur über Begeisterung», kam der der Berner Stadtpräsident zum Schluss und sein Ostermundiger Amtskollege Thomas Iten fragte: «Was braucht es, um die Leute zu begeistern?» Seine Antwort: ein konkretes Projekt, wie zum Beispiel die Gestaltung des Aussenraums des Bärenareals, «bei dem die Leute mitreden konnten».

Am Ende der Veranstaltung dankte Regula Rytz den Teilnehmenden des Podiums mit YB-Truffes und zog dabei den Vergleich mit dem Thema des Abends: «Jahrelang hat YB verloren – und jetzt ist die Begeisterung da!»

Mitgliederversammlung: drei neue Gesichter im Vorstand

An der ordentlichen Mitgliederversammlung blickte Co-Präsidentin Regula Rytz auf ein Vereinsjahr 2019/2020 zurück, das von Corona geprägt war. Veranstaltungen wie zum Beispiel das «Fondueessen ohne Drachenboot» mit den Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten der Region mussten abgesagt und die Mitgliederversammlung verschoben werden.

Die Rechnung schloss mit einem Überschuss von CHF 6801,76 ab, wie Vorstandsmitglied Thomas Stauffer bekanntgab. Damit verfügte der Verein per Ende 2019 in der Bilanz über ein Vermögen von CHF 22'934,18. Auch für 2021 ist ein Überschuss im Budget vorgesehen. Der Schwerpunkt der Aktivitäten wird auf der aktiven Unterstützung des Prozesses «Kooperation Bern» (u.a. mit einer Social Media-Kampagne) liegen.

Die Mitgliederversammlung wählte neu Melanie Mettler, Markus Kämpfer und Dominik Mösching in den Vorstand.

Melanie Mettler wohnt in Bern und ist Nationalrätin der GLP. Sie hat einen Doktortitel in Anglistik und arbeitet als Geschäftsleiterin von Compasso (Nationales Netzwerk Arbeitsmarktfähigkeit, Inklusion und Eingliederung).

Markus Kämpfer ist alt Gemeindepräsident von Frauenkappelen, FDP-Mitglied und Inhaber der wetbasement GmbH.

Dominik Mösching kommt aus Bern. Er ist Mitglied der SP Bern Nord und Dr. rer. soc. HSG Organisations- und Kulturwissenschaften und arbeitet als Personal- und Organisationsentwickler bei der Stadt Bern.

Bern NEU gründen legt Wert auf eine parteipolitisch ausgewogene Zusammensetzung des Vorstands. Der Zusammenschluss in der Stadtregion Bern ist ein überparteiliches Thema, das von Links bis Rechts breit vertreten wird.

Nach beinahe zehnjähriger Tätigkeit ist

Patrick Moser aus dem Vorstand zurückgetreten. Er kümmerte sich mit grossem Engagement und viel digitaler Präsenz um die Social-Media-Kanäle des Vereins. Bern NEU gründen dankt ihm herzlich für seinen grossen Einsatz!

Berner Stadtrat - Interfraktionelles Postulat: Chancen der Fusion nutzen

Die beiden Vorstandmitglieder von Bern NEU gründen Ingrid Kissling und Claudine Esseiva haben in ihrem interfraktionellen Postulat vom 14. Mai 2020 im Berner Stadtrat verlangt, dass mögliche Gemeindefusionen als Chance für die Erneuerung der Stadtverwaltung genutzt werden. Die fusionierte Stadtverwaltung soll dabei neu digital aufgestellt und der Kontakt zwischen Bevölkerung und Verwaltung modernisiert (Stichwort e-democracy, citizen science) werden. Die beiden Stadträtinnen erachten dafür eine digitale Strategie oder Roadmap als notwendig. Das Postulat ist bis anhin nicht beantwortet worden.

Markus Kämpfer Samstag, 1. August 2020 von Markus Kämpfer

Bern NEU gründen

Wir denken Bern vorwärts!

Der Bern NEU gründen-Tipp: Städte stecken voller Geschichten - gleichzeitig, widersprüchlich, überlappend und untrennbar miteinander verbunden. Die virtuelle Ausstellung Living the City erzählt diese Geschichten und zeigt, wie vielfältig urbane Lebensräume im 21. Jahrhundert sind.

 +41 31 920 10 42  Verein Bern NEU gründen, Postfach, 3000 Bern

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