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Regula Rytz Mittwoch, 14. April 2021 von Regula Rytz

Kehrsatz und Frauenkappelen sagen nein zur Fusion

Eine Standortbestimmung zur Lage der Region

Die Ablehnung des Fusionsprojektes «Kooperation Bern» in Kehrsatz und Frauenkappelen in diesem März war überdeutlich. Ist die Idee eines grossen Gemeinde-Zusammenschlusses in der Region damit vom Tisch? Nein, ist der Vorstand des Vereins «Bern NEU gründen» überzeugt.

Doch der Prozess dauert länger als erhofft. Gelingt die geplante Fusion von Bern und Ostermundigen, wird sich niemand der Dynamik entziehen können. Der Verein «Bern NEU gründen» will deshalb die nächsten vier Jahre nutzen, um den Boden für eine Neubeurteilung der Lage vorzubereiten. Unser Verein startet also in eine nächste Etappe – mit unseren treuen Mitgliedern zusammen!

So deutlich hatten es nicht einmal die Gemeindebehörden erwartet:75 bzw. 85 Prozent der Stimmenden in Kehrsatz und Frauenkappelen lehnten in einer Volksabstimmung die vertiefte Prüfung einer Fusion mit Bern und Ostermundigen ab. Die Erklärungen dafür waren rasch zu Hand: Die beiden Kleingemeinden befürchten, neben den städtischen Zentrumsgemeinden unterzugehen und ihre Mitsprachemöglichkeiten zu verlieren. Leider war es aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich, solche Bedenken und Sorgen offen mit der Bevölkerung zu diskutieren. Die Fusion blieb eine abstrakte Kopfgeburt und wurde von den lokalen Gemeindebehörden aktiv bekämpft. Die schwierige finanzielle Lage vieler Regionsgemeinden in der COVID-Krise stärkte zudem eher die beharrenden als die zukunftsoffenen Kreise. Der Zeitpunkt für eine solche Entscheidung war also alles andere als optimal.

Veränderung kommt von unten

Aus Sicht des Vereins «Bern NEU gründen» stechen in der Abstimmungsanalyse vor allem zwei Punkte hervor: Die Frage der Reife und die Frage der Breite eines solchen Projektes. Mit Ausnahme von Ostermundigen sieht keine Gemeinde in der Region Bern heute einen akuten Anlass, ihre finanziellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Perspektiven auf eine neue Basis zu stellen. Irgendwie, so die verbreitete Ansicht, geht es einfach weiter wie bisher. Während in Ostermundigen und teilweise auch in Bern seit Jahren über die Chancen und Risken eines Zusammenschlusses diskutiert wird, kam die Entscheidung in den anderen Gemeinden aus heiterem Himmel. Das ist nicht dem Projektteam von «Kooperation Bern» anzulasten – einige der geplanten Mitwirkungsveranstaltungen mussten wegen der COVID-Pandemie verschoben, redimensioniert oder abgesagt werden. Die Dynamik war damit im Keller. Umso mehr sollte bei einem nächsten Anlauf sichergestellt werden, dass vor einer Entscheidung eine sorgfältige und breite Basisdiskussion stattfinden kann. Das Projekt muss auch von unten wachsen, sonst bleibt es chancenlos. Der Dialog-Ansatz von «Bern NEU gründen» wurde in diesem Frühling klar bestätigt.

Die Türen bleiben offen

Bestätigt wurde mit den Abstimmungen von Kehrsatz und Frauenkappelen aber auch die Kernidee von «Bern NEU gründen»: Ein gemeinsames Bewusstsein und eine gemeinsame Identität für die Stadtregion Bern zu schaffen. Immer wieder haben wir betonen, dass wir keinen Anschluss der Vorortsgemeinden an die Stadt Bern anstreben. Sondern eine Neugründung von Bern in den Grenzen, die für das 21. Jahrhundert massgeschneidert sind. Es geht nicht um Dominanz und Herkunft, sondern um die konstruktive Zusammenarbeit und das Zusammenleben in einem gemeinsamen Raum. Dass diese Grundidee überzeugt, hat zum Beispiel auch die Reaktion der FDP Kehrsatz auf das Abstimmungs-Nein gezeigt. Zwar sehe die Partei in der Vision für neue Strukturen im Grossraum Bern «viel Potenzial», schrieb sie. Jedoch seien momentan weder die Zeit noch die Umstände reif für dieses Projekt. Auch dieses Problem ist nicht dem Projektteam von «Kooperation Bern» anzulasten. Mit enormem Aufwand hat insbesondere der Berner Stapi Alec von Graffenried versucht, grosse Gemeinden wie Bolligen, Ittigen oder Köniz mit ins Boot zu holen. Doch keine Gemeindebehörde hatte den Mut, sich für grossräumiges Denken und mehr Demokratie stark zu machen. Für uns als Verein bedeutet dies: Die Türen sind nicht zu. Doch wir brauchen mehr Zeit und wahrscheinlich auch eine neue Generation von Gemeindebehörden, um unsere Grundidee besser zu verankern.

Auf zur nächsten Etappe

Der Verein «Bern NEU gründen» geht von der mittelfristigen Vision aus, die politischen Grenzen der Stadt den realen Lebensverhältnissen in der Kernagglomeration Bern anzupassen. Das bleibt auch in den nächsten vier Jahren unser Ziel. Wir wollen das Trennende überwinden und das Gemeinsame stärken. Denn wir sind nach wie vor überzeugt davon: Das Zusammengehen der 12 Kerngemeinden bringt mehr Dynamik, mehr Handlungsspielräume und mehr Demokratie in die Region Bern. Und das ist aufgrund der Erfahrungen mit der COVID-Pandemie heute dringlicher als zuvor. Nach der klaren Absage der Gemeinden Kehrsatz und Frauenkappelen an eine rasche Fusion wissen wir allerdings, dass es keine Abkürzungen gibt. An der Mitgliederversammlung im Sommer 2021 werden wir deshalb über die nächsten Etappen unseres Vereins beschliessen. Wir wollen in allen 12 Kerngemeinden die nötige Grundsatzdiskussion führen und die Fusionsarbeiten zwischen Bern und Ostermundigen aktiv unterstützen. Entsteht hier eine neue Dynamik, dann werden sich auch die anderen Gemeinden überzeugen lassen!

Regula Rytz und Hannes Treier, Co-Präsidium Bern NEU gründen

Im April 2021

Rückblick auf die Abstimmungskampagen von Bern NEU gründen

Bern NEU gründen hat sich im Abstimmungskampf in Kehrsatz und Frauenkappelen stark engagiert und ist mit einer Social-Media-Kampagne und Inseraten im Februar 2021 neue Wege gegangen:

Auf Social Media richteten wir uns vor allem an die Jugendlichen in den beiden Gemeinden. Das Video wurde 62'463 mal ausgespielt und von insgesamt 3226 Personen gesehen, 224 besuchten unsere Website. Auf Youtube wurde das Video weitere 17'700 Mal ausgespielt.

Im Anzeiger rund um Bern richteten wir uns an ein älteres Publikum: Unsere Anzeige erschien dreimal auf der ersten Seite.

Schliesslich argumentierten Werner Streit und Markus Kämpfer von Bern NEU gründen auf Radio Bern1 und Radio SRF für die Aufnahme von Fusionsverhandlungen.

Eine starke Stadtregion Bern ist gut für den ganzen Kanton Bern und die ganze Schweiz.

Regula Rytz Montag, 8. Februar 2021 von Regula Rytz

Grusswort des Co-Präsidiums

Gemeinsam die Zukunft gestalten

Was vor einigen Jahren noch undenkbar schien, wird heute ernsthaft geprüft: Der Zusammenschluss von Gemeinden in der Kernregion Bern.

Ostermundigen und Bern sind Ende 2020 in Fusionsverhandlungen eingestiegen. Kehrsatz und Frauenkappelen stimmen im März 2021 darüber ab. Mit dieser Entwicklung verändert sich auch die Rolle von «Bern NEU gründen». Wir bleiben eine offene Plattform für Diskussionen und Visionen. Neu ist unser Engagement aber auch im direkten politischen Prozess gefragt. Wir freuen uns auf ein intensives Jahr mit unseren Mitgliedern und Unterstützer/innen!

2009 wurde der Verein «Bern NEU gründen» als grenzüberschreitende Plattform für einen «neuen Bernergeist» aus der Taufe gehoben. Mit vielbeachteten Studien und öffentlichen Diskussionen haben wir gezeigt, wie ein gemeinsamer politischer Raum für über 200‘000 Einwohner/innen funktionieren könnte. Mehr denn je sind wir überzeugt davon, dass der Zusammenschluss der 12 Kerngemeinden in der Hauptstadtregion Bern das Zusammenleben, die Mitsprache und Dienstleistungen für die Bevölkerung verbessern wird.

Lange wurde unser Verein von der offiziellen Politik etwas belächelt. Doch dann ging es plötzlich schnell. Was vor einigen Jahren noch undenkbar schien, wird heute ernsthaft diskutiert: Der Zusammenschluss von Gemeinden in der Kernregion Bern und die Schaffung einer neuen Stadt. Unser Thema ist von einem Tabu zu einem Trend geworden. Und unsere Arbeit ist anerkannter denn je. Bern NEU gründen ist heute eine Plattform, auf der Neues entsteht und kontrovers diskutiert werden kann. Und so soll es auch in Zukunft bleiben.

Gleichzeitig verändert sich die Rolle von Bern NEU gründen. Denn neu ist unser Engagement auch im direkten politischen Prozess gefragt. Wir wollen mithelfen, die Diskussion über den gemeinsamen Lebens- und Entscheidungsraum in der Region Bern aus dem kleinen Kreis der politischen Amtsträger/innen in die breite Bevölkerung zu bringen. Wir wollen mithelfen, die Abstimmungen in Gemeinden wie Ostermundigen, Bern, Kehrsatz oder Frauenkappelen zum Erfolg zu bringen. Wir wollen Einfluss nehmen im politischen Alltag und gleichzeitig immer einen Schritt weiterdenken. Unser Ziel bleibt es, ein gemeinsames Bewusstsein und eine gemeinsam Identität für die Stadtregion Bern schaffen und so vorwärtszukommen! Ein grosser Dank an unsere Mitglieder, dass sie uns dabei wie immer hartnäckig und treu unterstützen!

Regula Rytz und Hannes Treier, Co-Präsidium Bern NEU gründen

Im Februar 2021

Marcel Suter Donnerstag, 17. Dezember 2020 von Marcel Suter

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Auch Ostermundigen sagt JA

Wenig Gegenstimmen und ein klares Schlussresultat

Der Grosse Gemeinderat von Ostermundigen entschied sich so, wie es die Voten der Rednerinnen und Redner von Anfang an vermuten liessen: einstimmig für die Aufnahme von Fusionsverhandlungen. Dagegen sprach sich lediglich die SVP aus. Ihr Rückweisungsantrag verlangte, dass die Gesamtprojektkosten auszuweisen seien. In der Schlussabstimmung enthielt sie sich jedoch der Stimme, so dass 30 Parlamentarierinnen und Parlamentarier dem Geschäft zu Null zustimmten.

«Wenn man von Steve Jobs verlangt hätte, dass er die Kosten für die Entwicklung von Anfang an beziffert hätte, gäbe es heute kein iPhone.»
Christian Zeyer, SP

«Um die Folgen besser abschätzen zu können, müssen wir in Fusionsverhandlungen gehen.»
Martina Wagner, EVP/CVP-Fraktion

«Wir verlangen volle Kostentransparenz – deshalb stellen wir den Rückweisungsantrag.»
Hanspeter Friedli, SVP

«Die Zeit ist reif, Ostermundigen ist bereit.»
«Wir können künftig im Lebensraum Bern mehr mitbestimmen.»
Matthias Kuert, SP

«Wir können erst am Schluss der Fusionsverhandlungen sagen, ob sich eine Fusion mit Bern lohnt.»
Cédric Luyet, GLP

«Die FDP begrüsst den Aufbruch zu dieser denkwürdigen Wanderung – manche sagen auch Gratwanderung – als richtig und wichtig.»
Christoph Leiser, FDP

«Eine Fusion ist gestaltbar. Das ist der zentrale Punkt, der uns in den nächsten zweieinhalb Jahren fordern wird.»
Thomas Iten, Gemeindepräsident Ostermundigen

Bern und Ostermundigen machen den nächsten Schritt

Mit dem positiven Entscheid des Grossen Gemeinderats Ostermundigen hat eine Woche nach dem Berner Stadtrat eine zweite Legislative ja gesagt zu Fusionsverhandlungen. Damit werden Ostermundigen und Bern in die sogenannte Entscheidphase des Projekts Kooperation Bern treten, an deren Ende Volksabstimmungen stehen werden.

«Als nächstes werden wir die Detailplanung im 1. Quartal 2021 verfeinern und ab April 2021 mit den Projektarbeiten starten», sagt Gemeindepräsident Thomas Iten.

Eigentlich sind auch in Bolligen, Frauenkappelen und Kehrsatz Gemeindeversammlungen im März 2021 vorgesehen, doch hat der Gemeinderat von Bolligen letzte Woche beschlossen, aus den Verhandlungen auszusteigen - ohne Gemeindeversammlung. Auch Bremgarten hat bereits seinen Verzicht erklärt. Der Gemeinderat von Frauenkappelen wird seinen Bürgern an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung beantragen, keine Verhandlungen zu führen. So wird auch Kehrsatz nach dem neuesten Entscheid des Gemeinderats vorgehen. In beiden Gemeinden werden jedoch die Stimmberechtigten über die Fusionsverhandlungen entscheiden.

Marcel Suter Donnerstag, 10. Dezember 2020 von Marcel Suter

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Der Berner Stadtrat sagt JA zu den Fusionsverhandlungen

Der nächste Schritt ist getan

Der Berner Stadtrat hat am Donnerstagabend mit grosser Mehrheit und auch dank der Unterstützung der Bern-NEU-gründen-Mitglieder im Stadtrat (Patrizia Mordini, Ingrid Kissling-Näf, Claudine Esseiva, Brigitte Hilty-Haller) der Aufnahme von Fusionsverhandlungen zugestimmt. Der nächste zukunftsweisende Schritt liegt beim Grossen Gemeinderat Ostermundigen. Er wird am 17.12.2020 über Frage der Fusionsverhandlung abstimmen

Der erste Teil der Debatte hatte bereits stattgefunden, heute folgte nun der zweite Teil mit der Abstimmung, in der sich die Mitglieder des Berner Stadtrats mit 51 zu 2 Stimmen für die Aufnahme von Fusionsverhandlungen aussprachen. Kritische Stimmen waren nur selten zu hören, der Rückweisungsantrag der BDP/CVP wurde klar zurückgewiesen.

«Kooperation Bern ist ein zentrales Dossier für die Weiterentwicklung der Stadtregion Bern.» «Ich bitte euch alle, diesem Jahrhundertprojekt zuzustimmen.»
Ingrid Kissling-Näf für die Fraktion SP/Juso und Vorstand Bern NEU gründen

«Eine Fusion mit Ostermundigen macht für die Stadt Sinn.»
«Wir haben hier ein historisches Projekt vor uns. (...) Wir werden als Stadtregion Bern in der Schweiz ein anderes Gewicht haben.»
«Es ist ein guter Zeitpunkt für Fusionsverhandlungen. Ostermundigen hat Bereitschaft für eine Fusion gezeigt.»
Patrizia Mordini für die SP/Juso-Fraktion, Vorstand Bern NEU gründen

«Wir sehen aber auch das Risiko einer potenziellen Steuererhöhung.»
Lionel Gaudy für die BDP/CVP

«Wir sehen Vorteile bei Verkehr, Planung und Wirtschaft.»
«Wichtig ist, dass die lokalen Eigenheiten weiter Platz haben.»
«Mein Appell an Ostermundigen: Überlegt euch gut, ob ihr der Fusion mit Bern mit einer rot-grünen Mehrheit zustimmen wollt.»
Janosch Weiyermann, für die SVP-Fraktion

«2024 für gemeinsame Wahlen in Bern und Ostermundigen ist für mich völlig unrealistisch.»
Beat Feuz, für die SVP-Fraktion

«Es wird kein Grossbern geben, es wird realistischerweise aus Bern-Ostermundigen herauskommen.»
Michael Hoekstra, GLP

«Es ist viel gearbeitet worden für dieses Projekt.»
«Die Teilnehmenden sehen grossen Chancen in einer Fusion.»
«Die Workshops zur Partizipation haben sich bewährt und wir werden sie weiterführen.»
Alec von Graffenried, Stadtpräsident und Mitglied Bern NEU gründen

Wo stehen wir – und wie geht es weiter?

Mit dem positiven Entscheid zu Fusionsverhandlungen des Berner Stadtrats hat eine erste Gemeinde die erste Phase des Projekts Kooperation Bern abgeschlossen – die Machbarkeitsphase. Nun folgt als zweite Phase, die Entscheidphase – sofern neben Bern mindestens eine weitere Projektgemeinde ja zu Fusionsverhandlungen sagt.

Als nächstes ist Ostermundigen am 17.12.2020 am Zug. Eigentlich sind auch in Bolligen, Frauenkappelen und Kehrsatz Gemeindeversammlungen im März 2021 vorgesehen, doch hat der Gemeinderat von Bolligen heute beschlossen, aus den Verhandlungen auszusteigen - ohne Gemeindeversammlung. Auch Bremgarten hat bereits seinen Verzicht erklärt. Der Gemeinderat von Frauenkappelen wird seinen Bürgern an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung beantragen, keine Verhandlungen zu führen. Offen scheint noch Kehrsatz zu sein.

Wir denken Bern vorwärts!

Marcel Suter Dienstag, 25. August 2020 von Marcel Suter

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Was braucht es, um die Leute zu begeistern? Mitgliederversammlung 2020

Zwischen dem Zukunftsprojekt Bernapark und der Vision, die Gemeinden der Region Bern zu einer Stadt zusammenzuschliessen, gibt es viele Parallelen. Im öffentlichen Teil der gestrigen Mitgliederversammlung des Vereins Bern NEU gründen in der ehemaligen Kartonfabrik Deisswil ging es letztlich um die Frage, wie sich Menschen für eine Idee begeistern lassen.Wer mehr von der Mitgliederversammlung erfahren will, dem/der legen wir das Video ans Herz, das unser neues Vorstandsmitglied Markus Kämpfer produziert hat.

Kaum ein Ort in der Region Bern wäre passender für eine Veranstaltung des Vereins Bern Neu gründen, als die einstige Kartonfabrik Deisswil, die 2010 Konkurs ging und wo zurzeit ein «urbanes Quartier im Grünen» entsteht. «Hier verbinden wir Stadt und Land, Jung und Alt, Arbeit, Wohnen und Freizeit», sagte sein Initiator Hans-Ulrich Müller während der Führung durch das Gelände.

Müller und Müller auf dem Podium
«Es ist sicher einfacher, ein Projekt von ganz unten nach oben zu bringen, als wenn bereits ein gewisses Niveau besteht», antwortetet Müller auf eine entsprechende Frage von Regula Rytz, Co-Präsidentin von Bern NEU gründen in der anschliessenden Podiumsdiskussion. Dem pflichtete sein Namensvetter Bänz Müller bei. Der Gemeindepräsident von Wohlen musste letztes Jahr in einer Umfrage der Fachhochschule Bern nur ungern erfahren, dass die Bewohnerinnen und Bewohner seiner Gemeinde nicht an einer Fusion der Region Bern interessiert waren. Für ihr steht die Fragen im Zenturm, «wie bringt man die Leute aus der Komfortzone, damit es ihnen in zehn Jahren besser geht».

Alec von Graffenried beurteilt das Thema der Gemeindefusion als abstrakt und schwer zu vermitteln: «So etwas funktioniert nur über Begeisterung», kam der der Berner Stadtpräsident zum Schluss und sein Ostermundiger Amtskollege Thomas Iten fragte: «Was braucht es, um die Leute zu begeistern?» Seine Antwort: ein konkretes Projekt, wie zum Beispiel die Gestaltung des Aussenraums des Bärenareals, «bei dem die Leute mitreden konnten».

Am Ende der Veranstaltung dankte Regula Rytz den Teilnehmenden des Podiums mit YB-Truffes und zog dabei den Vergleich mit dem Thema des Abends: «Jahrelang hat YB verloren – und jetzt ist die Begeisterung da!»

Mitgliederversammlung: drei neue Gesichter im Vorstand

An der ordentlichen Mitgliederversammlung blickte Co-Präsidentin Regula Rytz auf ein Vereinsjahr 2019/2020 zurück, das von Corona geprägt war. Veranstaltungen wie zum Beispiel das «Fondueessen ohne Drachenboot» mit den Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten der Region mussten abgesagt und die Mitgliederversammlung verschoben werden.

Die Rechnung schloss mit einem Überschuss von CHF 6801,76 ab, wie Vorstandsmitglied Thomas Stauffer bekanntgab. Damit verfügte der Verein per Ende 2019 in der Bilanz über ein Vermögen von CHF 22'934,18. Auch für 2021 ist ein Überschuss im Budget vorgesehen. Der Schwerpunkt der Aktivitäten wird auf der aktiven Unterstützung des Prozesses «Kooperation Bern» (u.a. mit einer Social Media-Kampagne) liegen.

Die Mitgliederversammlung wählte neu Melanie Mettler, Markus Kämpfer und Dominik Mösching in den Vorstand.

Melanie Mettler wohnt in Bern und ist Nationalrätin der GLP. Sie hat einen Doktortitel in Anglistik und arbeitet als Geschäftsleiterin von Compasso (Nationales Netzwerk Arbeitsmarktfähigkeit, Inklusion und Eingliederung).

Markus Kämpfer ist alt Gemeindepräsident von Frauenkappelen, FDP-Mitglied und Inhaber der wetbasement GmbH.

Dominik Mösching kommt aus Bern. Er ist Mitglied der SP Bern Nord und Dr. rer. soc. HSG Organisations- und Kulturwissenschaften und arbeitet als Personal- und Organisationsentwickler bei der Stadt Bern.

Bern NEU gründen legt Wert auf eine parteipolitisch ausgewogene Zusammensetzung des Vorstands. Der Zusammenschluss in der Stadtregion Bern ist ein überparteiliches Thema, das von Links bis Rechts breit vertreten wird.

Nach beinahe zehnjähriger Tätigkeit ist

Patrick Moser aus dem Vorstand zurückgetreten. Er kümmerte sich mit grossem Engagement und viel digitaler Präsenz um die Social-Media-Kanäle des Vereins. Bern NEU gründen dankt ihm herzlich für seinen grossen Einsatz!

Berner Stadtrat - Interfraktionelles Postulat: Chancen der Fusion nutzen

Die beiden Vorstandmitglieder von Bern NEU gründen Ingrid Kissling und Claudine Esseiva haben in ihrem interfraktionellen Postulat vom 14. Mai 2020 im Berner Stadtrat verlangt, dass mögliche Gemeindefusionen als Chance für die Erneuerung der Stadtverwaltung genutzt werden. Die fusionierte Stadtverwaltung soll dabei neu digital aufgestellt und der Kontakt zwischen Bevölkerung und Verwaltung modernisiert (Stichwort e-democracy, citizen science) werden. Die beiden Stadträtinnen erachten dafür eine digitale Strategie oder Roadmap als notwendig. Das Postulat ist bis anhin nicht beantwortet worden.

Markus Kämpfer Samstag, 1. August 2020 von Markus Kämpfer

Bern NEU gründen

Wir denken Bern vorwärts!

Bereits heute sind Stadt und Agglomeration in Bern auf kultureller und sozialer Ebene eng vernetzt. Mit Melanie Mettler und Ingrid Kissling-Näf setzen sich zwei unserer Vorstandsmitglieder seit 2016 in der Organisation SIBA – Soziale Innovation Bern: Accelerator dafür ein, innovative Ideen gemeindeübergreifend in Kontakt zu bringen. Mehr über die Ideen, die Projekte und die Anlässe erfahren Sie auf der SIBA-Website und der Facebook-Page.

Der Bern NEU gründen-Tipp: Städte stecken voller Geschichten - gleichzeitig, widersprüchlich, überlappend und untrennbar miteinander verbunden. Die virtuelle Ausstellung Living the City erzählt diese Geschichten und zeigt, wie vielfältig urbane Lebensräume im 21. Jahrhundert sind.

A propos Kehrsatz und Frauenkappelen: Jede Stimme für ein JA zählt. Eine BFH-Studie von Ende 2019 (Link im Bild) zeigt, dass die Stimmungslage sehr ausgeglichen ist. So hätte sogar eine Grossfusion in der Region Zustimmungschancen - und im März geht es ja lediglich um die Aufnahme von Verhandlungen. Auch wer zur Fusion unentschieden steht, kann somit gefahrlos JA stimmen, um mehr Informationen für einen fundierten Entscheid zu erhalten.

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